Alternativen zu Microsoft Access unter Linux
Von allen Office-Programmen ist Access das mit dem schwierigsten Umstieg. Nicht weil es keinen Ersatz gäbe, sondern weil Access-Anwendungen über Jahre wachsen und dabei Formulare, Abfragen und Programmcode vermischen.
LibreOffice Base
Base bietet dasselbe Grundgerüst: Tabellen, Abfragen, Formulare, Berichte. Für eine Adressverwaltung, ein Inventar oder eine Kundenkartei reicht das aus. Es bringt eine eigene Datenbank mit und kann ebenso auf MySQL, PostgreSQL oder eine bestehende Datei zugreifen.
Deine Daten mitnehmen
Die Tabellen kommen mit. Der zuverlässige Weg führt über CSV: In Access jede Tabelle exportieren, in Base importieren. Umständlich, aber es funktioniert und die Daten bleiben vollständig.
Formulare und Berichte musst du neu bauen. Es gibt keine Umwandlung, die das übernimmt. Bei einer überschaubaren Anwendung ist das ein Nachmittag, bei einer gewachsenen Firmenlösung eine Woche.
VBA-Code läuft nicht. Base nutzt LibreOffice Basic, das ähnlich aussieht, aber nicht dasselbe ist. Makros müssen übersetzt werden.
Ehrlich gesagt
Wenn deine Access-Datenbank über Jahre gewachsen ist und der halbe Betrieb daran hängt, ist der Umstieg ein Projekt und keine Nebensache. Zwei Alternativen sind dann oft die bessere Antwort:
Windows in einer virtuellen Maschine für genau diese eine Anwendung, während der Rest auf Linux läuft.
Der Umbau auf etwas Zeitgemäßes. Viele Access-Lösungen sind eigentlich Formulare über einer Datenbank. Als Webanwendung mit PostgreSQL dahinter sind sie oft besser aufgehoben und im Netz von mehreren Arbeitsplätzen nutzbar. Ob Linux überhaupt läuft, klärt vorher der Bereich Läuft das unter Linux?.
Installation
Base ist Teil von LibreOffice und meist schon installiert.
sudo apt install libreoffice-base