Alternativen zu Adobe Photoshop unter Linux
Photoshop selbst gibt es nicht für Linux, und daran wird sich absehbar nichts ändern. Je nachdem, wofür du es benutzt, gibt es aber sehr guten Ersatz - die Frage ist nur, welchen.
GIMP: der Allrounder für Fotos
GIMP ist das Urgestein der freien Bildbearbeitung: Ebenen, Masken, Auswahlwerkzeuge, Filter, Retusche, Stempel - der Funktionsumfang deckt den Großteil dessen ab, was die meisten in Photoshop tatsächlich nutzen. Mit dem Sprung auf Version 3 kamen die lange vermisste modernisierte Oberfläche, nicht-destruktive Effekte und deutlich bessere Unterstützung für Grafiktabletts dazu.
Krita: fürs Zeichnen und Malen
Krita kommt aus der KDE-Welt und ist erste Wahl für digitale Illustration, Concept Art und Comics. Die Pinsel-Engine gilt als eine der besten überhaupt, Druckstufen und Neigung des Stifts werden sauber ausgewertet, und die Oberfläche ist auf das Zeichnen zugeschnitten statt auf Bildmontage. Wer malt statt retuschiert, ist hier klar besser aufgehoben als bei GIMP.
Deine Dateien mitnehmen
PSD-Dateien lassen sich öffnen - sowohl in GIMP als auch in Krita, in aller Regel mitsamt Ebenen. Das klappt bei einfachen bis mittleren Dateien gut.
Was verlorengehen kann: Einstellungsebenen, Smart Objects und einige Ebenenstile werden beim Import auf normale Ebenen reduziert. Bearbeitbar bleiben sie dann nicht mehr. Wer ein Archiv wichtiger PSD-Dateien hat, sollte es vor dem Umstieg stichprobenartig prüfen - und die Originale behalten.
Pinsel und Vorgaben: Photoshop-Pinsel im Format abr lassen sich in beiden Programmen laden, ebenso Farbpaletten. Aktionen (atn) dagegen nicht.
Installation
# GIMP
sudo apt install gimp # Ubuntu, Mint, Zorin OS
sudo dnf install gimp # Fedora
sudo pacman -S gimp # Arch, Manjaro
# Krita
flatpak install flathub org.kde.krita
Für Fotografen: Darktable
Wer eher wie in Lightroom arbeitet - RAW-Dateien entwickeln, Belichtung und Farben korrigieren, große Bildbestände verwalten -, sollte gar nicht erst bei GIMP anfangen, sondern Darktable installieren. Es liest die RAW-Formate praktisch aller Kameras, arbeitet nicht-destruktiv und bringt eine Verwaltung für große Sammlungen mit.
flatpak install flathub org.darktable.Darktable
Wo die Grenze verläuft
Ehrlich bleiben lohnt sich: Wer beruflich in Photoshop arbeitet - mit Kundendateien, festen Arbeitsabläufen und Abstimmungsschleifen im Adobe-Format - wird mit GIMP nicht glücklich. Nicht weil es zu wenig könnte, sondern weil Werkzeuge und Bedienung anders heißen und anders liegen. Für solche Fälle bleibt eine virtuelle Maschine oder ein zweiter Rechner.
Für alle anderen - Fotos begradigen, freistellen, retuschieren, Grafiken bauen - reicht das freie Angebot vollkommen. Und für schnelle Kleinigkeiten läuft Photopea, ein Photoshop-Nachbau im Browser, unter Linux uneingeschränkt.