FreeBSD

Der Klassiker aus der anderen Unix-Familie

Kein Linux, sondern ein eigenständiges BSD-Unix mit anderem Kernel.

Der Vollständigkeit halber gehört FreeBSD auf diese Seite - auch wenn es streng genommen nicht hierher passt: FreeBSD ist keine Linux-Distribution. Es ist ein eigenständiges Betriebssystem aus der BSD-Familie mit einem völlig anderen Kernel und einer eigenen, ununterbrochenen Entwicklungslinie, die direkt auf das Unix der Universität Berkeley zurückgeht.

Linux und FreeBSD sind also nicht Geschwister, sondern entfernte Verwandte: Beide sind Unix-artig, beide sind frei, beide nutzen dieselben Programme aus der Open-Source-Welt - aber unter der Haube sind es zwei verschiedene Systeme.

Was FreeBSD besonders macht

Ein System aus einem Guss. Bei Linux liefert die Distribution den Kernel und die Werkzeuge drumherum aus verschiedenen Quellen zusammen. FreeBSD entwickelt Kernel, Systemwerkzeuge und Dokumentation gemeinsam in einem einzigen Projekt - das Ergebnis wirkt bemerkenswert stimmig und ist außergewöhnlich gut dokumentiert (das FreeBSD-Handbuch gilt als Referenz).

ZFS von Anfang an. Das Dateisystem ZFS ist tief integriert: Snapshots, Prüfsummen gegen stille Datenfehler, einfache Datenträgerverwaltung. Für Dateiserver und Speichersysteme ist das ein starkes Argument - das NAS-Betriebssystem TrueNAS baut deshalb auf FreeBSD-Technik auf.

Jails. Diese Form der Systemabschottung gibt es seit dem Jahr 2000, lange vor dem heutigen Container-Hype - schlank, ausgereift und im System selbst verankert.

Die Lizenz. Die BSD-Lizenz erlaubt es, den Code auch in geschlossene Produkte zu übernehmen. Deshalb steckt FreeBSD-Technik unter anderem in der PlayStation und in Teilen von macOS.

Was man wissen sollte

Für den Desktop ist FreeBSD deutlich mehr Handarbeit als jede moderne Linux-Distribution: Treiberunterstützung - vor allem für WLAN-Karten und aktuelle Grafikchips - ist begrenzt, und viele kommerzielle Programme gibt es nur für Linux. Manches lässt sich über eine Linux-Kompatibilitätsschicht ausführen, das bleibt aber Bastelei.

Wer sich für FreeBSD interessiert, sollte es dort einsetzen, wo es glänzt: als Server, Speicher- oder Netzwerksystem.

Für wen ist FreeBSD?

Für erfahrene Administratoren, ZFS-Freunde und Neugierige, die sehen wollen, wie Unix jenseits von Linux aussieht. Als Einstieg in die freie Softwarewelt ist eine der Linux-Distributionen der deutlich einfachere Weg.