Läuft mein Rechner unter Linux?

Bei Programmen und Spielen helfen Datenbanken. Bei Hardware gibt es einen Weg, der zuverlässiger ist als jede Liste - und er kostet zwanzig Minuten.

Der ehrlichste Test: der Live-Stick

Fast jede Linux-Distribution lässt sich vom USB-Stick starten, ohne etwas zu installieren. Das komplette System läuft im Arbeitsspeicher, deine Festplatte bleibt unangetastet. Damit prüfst du nicht irgendein Modell aus einer Datenbank, sondern genau deinen Rechner mit genau seiner Ausstattung.

  1. Abbild herunterladen. Welche Distribution zu dir passt, klärt der Linux-Finder. Für einen Test ist Linux Mint oder Ubuntu die unkomplizierteste Wahl.
  2. Auf den Stick schreiben. Unter Windows mit Rufus oder balenaEtcher, beide kostenlos. Der Stick wird dabei gelöscht, 8 GB reichen.
  3. Vom Stick starten. Rechner neu starten und beim Einschalten das Bootmenü aufrufen, meist mit F12, F10 oder Esc. Dort den Stick auswählen.
  4. Ausprobieren statt installieren. Im Startbildschirm die Option wählen, die das System nur testet.

Die fünf Dinge, die du prüfen solltest

  • WLAN - findet er dein Netz und verbindet er sich?
  • Ton - spielt ein Video Ton ab, über Lautsprecher und Kopfhörer?
  • Bildschirm - ist die volle Auflösung da, ist die Helligkeit regelbar?
  • Touchpad - funktionieren Zeigen, Klicken und Zwei-Finger-Scrollen?
  • Kamera - zeigt sie ein Bild, wenn du eine Videoseite öffnest?

Läuft das alles, läuft dein Rechner. Der Rest lässt sich fast immer nachrüsten. Bleibt etwas dunkel, ist es meist die Grafik einer sehr neuen NVIDIA-Karte oder ein exotischer WLAN-Chip - beides ist oft mit einer aktuelleren Distribution gelöst.

Der Live-Stick sagt nichts über die Akkulaufzeit und wenig über Fingerabdrucksensoren. Beides ist erfahrungsgemäß das, was nach dem Umstieg am ehesten hakt.

Rechner mit Linux ab Werk

Wer neu kauft, muss gar nicht prüfen. Diese Hersteller liefern Linux vorinstalliert oder zertifizieren ihre Geräte offiziell dafür - dann kümmert sich jemand um Treiber und Firmware.

  • Tuxedo Computersab Werk

    Deutschland

    Baut Notebooks und Rechner ausschließlich für Linux, liefert sie mit dem System der Wahl vorinstalliert und pflegt eigene Treiber. Support auf Deutsch.

  • Slimbookab Werk

    Spanien

    Linux-Notebooks aus Europa, unter anderem mit KDE als Partner. Auswahl an Tastaturlayouts, auch deutsch.

  • Frameworkab Werk

    USA, Versand nach Europa

    Modulare Notebooks zum Selbstreparieren und Aufrüsten. Linux wird offiziell unterstützt, die Community ist groß und hilft bei Eigenheiten.

  • Star Labsab Werk

    Großbritannien

    Kleine Auswahl, dafür durchgehend auf Linux ausgelegt, samt eigener Firmware.

  • System76ab Werk

    USA

    Entwickelt Pop!_OS und liefert es vorinstalliert. Versand nach Europa ist möglich, Zoll und Garantie sind aber ein Thema.

  • Dellab Werk

    weltweit

    Liefert Latitude, Precision und XPS auf Wunsch mit Ubuntu aus. Einzelne Geräte erscheinen sogar zuerst mit Linux und erst später mit Windows.

  • Lenovoab Werk

    weltweit

    ThinkPad P und ThinkStation gibt es mit Ubuntu oder Red Hat Enterprise Linux vorinstalliert, dazu eine breite Zertifizierung weiterer Modelle.

  • HPzertifiziert

    weltweit

    Zertifiziert die Z-Serie für Ubuntu und Red Hat, installiert Linux aber in der Regel nicht vor.

Datenbanken für den Notfall

Wenn du vor dem Kauf eines gebrauchten Geräts wissen willst, wie andere damit gefahren sind, lohnt der Blick in diese beiden Sammlungen. Beide sind englisch und technisch, aber gründlich:

  • linux-hardware.org sammelt Berichte von hunderttausenden Rechnern. Mit dem Werkzeug hw-probe kannst du deinen eigenen Rechner vermessen und mit der Datenbank abgleichen.
  • Ubuntu Certified Hardware listet Geräte, die Canonical selbst geprüft hat. Wer eines davon gebraucht kauft, geht auf Nummer sicher.

Wir übernehmen von dort keine Daten. Anders als bei Spielen und Druckern wäre eine abgeleitete Liste hier irreführend: Ob ein Laptop läuft, hängt an der genauen Ausstattung - zwei Geräte desselben Modells können unterschiedliche WLAN-Chips haben. Der Live-Stick beantwortet das für dein Gerät, eine Datenbank kann es nicht.

Zu Druckern haben wir dagegen eine eigene Datenbank: Dort ist das Modell tatsächlich entscheidend.