Alternativen zu Microsoft Office unter Linux
Die Frage nach dem Office-Paket ist für die meisten Umsteiger die wichtigste - und sie ist gut gelöst. Zwei Programme kommen infrage, und die Wahl zwischen ihnen hängt weniger vom Funktionsumfang ab als davon, wie oft du Dateien mit Microsoft-Office-Nutzern austauschst.
LibreOffice: der Standard
LibreOffice ist bei fast jeder Distribution vorinstalliert und deckt mit Writer, Calc und Impress alles ab, was Word, Excel und PowerPoint können. Es öffnet und speichert die Microsoft-Formate und kann Dinge, für die Microsoft extra zur Kasse bittet - etwa den PDF-Export mit Formularfeldern oder die eingebaute Datenbank Base.
Die Oberfläche folgt dem klassischen Menüaufbau. Wer das Ribbon-Design gewohnt ist, kann unter Ansicht → Benutzeroberfläche auf „Symbolleiste im Registerformat” umschalten und findet sich dann schnell zurecht.
OnlyOffice: wenn die Optik stimmen muss
OnlyOffice ist die bessere Wahl, wenn du regelmäßig Dokumente mit Menschen austauschst, die Microsoft Office nutzen. Es wurde von Grund auf für die Formate docx, xlsx und pptx gebaut, statt sie nur zu unterstützen - komplexe Layouts, Kopfzeilen und Formatvorlagen überstehen den Weg hin und zurück deutlich zuverlässiger.
Deine Dateien mitnehmen
Der Umstieg selbst ist unspektakulär: Kopiere deine Dokumente auf den neuen Rechner und öffne sie. Es gibt keine Umwandlung und keinen Import.
Was zuverlässig funktioniert: Texte, Tabellen mit Formeln, Präsentationen, Serienbriefe, Diagramme. LibreOffice hat mit Version 26.8 gerade beim Austausch von Diagrammen mit Microsoft-Formaten noch einmal nachgelegt.
Wo es haken kann: Sehr aufwendig gesetzte Dokumente - etwa Geschäftsberichte mit vielen Textfeldern - können in der Darstellung leicht verrutschen. Makros in VBA laufen nicht; wer eine über Jahre gewachsene Excel-Datei mit Makros nutzt, muss sie umschreiben oder bei Microsoft bleiben. Und wer in Teams gemeinsam in Echtzeit an Dokumenten arbeitet, wird die Zusammenarbeit vermissen; dafür braucht es OnlyOffice mit eigenem Server oder Nextcloud.
Tipp: Speichere für den eigenen Gebrauch in den offenen Formaten (odt, ods, odp) und exportiere nur zum Verschicken nach docx. Das erspart Formatierungsüberraschungen.
Installation
# LibreOffice (meist schon vorhanden)
sudo apt install libreoffice # Ubuntu, Mint, Zorin OS
sudo dnf install libreoffice # Fedora
sudo pacman -S libreoffice-fresh # Arch, Manjaro
# OnlyOffice
flatpak install flathub org.onlyoffice.desktopeditors
Der Ausweg für Härtefälle
Wer einzelne Dokumente perfekt formatiert braucht: Microsoft 365 läuft im Browser unter Linux genauso wie unter Windows - kostenlos in der Web-Version. Das ist für den Notfall oft die pragmatischste Lösung, ganz ohne Wine oder virtuelle Maschine.