Cinnamon: der Desktop, der niemandem im Weg steht

Cinnamon ist der Desktop, den man nicht bemerkt. Das ist keine Kritik, sondern der Punkt.
Die Idee dahinter
Als GNOME 2011 seinen radikalen Umbau vollzog, gefiel das vielen nicht. Das Team hinter Linux Mint baute daraufhin einen Desktop, der die neue Technik nutzt, aber die vertraute Bedienung behält: Startmenü unten links, Fensterliste in der Leiste, Symbole auf dem Schreibtisch.
Seitdem hat sich Cinnamon nicht neu erfunden, sondern nachgeschärft. Genau das schätzen seine Nutzer.
Was dafür spricht
Null Umgewöhnung. Wer von Windows 10 kommt, muss nichts lernen. Das Menü hat links die Kategorien, rechts die Programme, oben ein Suchfeld.
Ruhig und vorhersehbar. Keine großen Umbauten zwischen Versionen. Was heute funktioniert, funktioniert in zwei Jahren genauso.
Alles Wichtige eingebaut. Bildschirmfotos, Zwischenablage-Verlauf, Systemüberwachung - ohne Nachinstallieren.
Sparsam. Läuft flüssig auf Rechnern, die für Windows 11 zu alt sind.
Was dagegen spricht
Wenig aufregend. Wer einen Desktop will, der modern aussieht und Eindruck macht, sucht woanders. Cinnamon sieht aus wie ein Werkzeug, nicht wie ein Designobjekt.
Wayland kommt spät. Cinnamon setzt noch überwiegend auf die ältere Grafikausgabe X11. Für die meisten spielt das keine Rolle, bei mehreren Bildschirmen mit unterschiedlicher Auflösung schon.
Kleineres Team. Cinnamon wird im Wesentlichen von den Mint-Entwicklern gepflegt. Neue Funktionen kommen langsamer als bei GNOME oder KDE.
Für wen es passt
Für Umsteiger, die ihren Rechner benutzen und nicht einrichten wollen. Für ältere Menschen, denen man Linux einrichtet und die danach nicht angerufen werden möchten. Für alte Laptops.
Das ist der Desktop, den wir Windows-Umsteigern am häufigsten empfehlen - nicht weil er der beste ist, sondern weil er am wenigsten im Weg steht.
Ausprobieren: Linux Mint ist die Heimat von Cinnamon.