LXQt: der sparsamste Desktop, den man noch gern benutzt

Wenn selbst Xfce zu schwer ist, kommt LXQt. Er ist der sparsamste Desktop, den man noch guten Gewissens jemandem hinstellt.
Die Idee dahinter
LXQt entstand aus zwei Projekten: dem sparsamen LXDE und Razor-qt. Das Ergebnis nutzt die Qt-Bibliotheken, dieselbe Grundlage wie KDE Plasma, aber ohne dessen Umfang.
Der Anspruch ist eng gefasst: eine Leiste, ein Menü, ein Dateiverwalter, Einstellungen. Was darüber hinausgeht, installiert man selbst.
Was dafür spricht
Extrem genügsam. Mit weniger als 400 MB Arbeitsspeicher im Leerlauf läuft LXQt auf Rechnern, bei denen andere Desktops schon beim Anmelden ins Schwitzen kommen.
Trotzdem vollwertig. Es gibt richtige Einstellungsdialoge, einen brauchbaren Dateiverwalter und Leisten, die sich anpassen lassen. Das ist kein reduziertes Notprogramm.
Klassische Bedienung. Startmenü unten links, Fensterliste daneben. Umsteiger finden sich zurecht.
Was dagegen spricht
Der Feinschliff fehlt. Dialoge wirken uneinheitlich, manche Einstellung ist an einer überraschenden Stelle. Man merkt, dass hier weniger Menschen arbeiten als bei GNOME oder KDE.
Wenig Komfort. Kein Zwischenablage-Verlauf, keine ausgefeilte Suche, keine Wischgesten.
Nüchtern bis karg. Ab Werk sieht LXQt aus wie Windows vor zwanzig Jahren. Mit Themen wird es besser, aber schön wird es nicht von selbst.
Für wen es passt
Für sehr alte Rechner, ab etwa 1 GB Arbeitsspeicher. Für Netbooks und Mini-Rechner. Für alle, die maximal viel Leistung für ihre Programme übrig haben wollen.
Ehrlich gesagt: Für den Alltagsrechner ist LXQt selten die erste Wahl. Wer 4 GB Arbeitsspeicher hat, fährt mit Xfce oder Cinnamon angenehmer. LXQt lohnt sich, wenn es wirklich eng wird.
Ausprobieren: Debian bietet LXQt bei der Installation als Variante an.