COSMIC: der neue Desktop aus Rust - und was er anders macht

COSMIC ist der jüngste Desktop in dieser Reihe - und der einzige, der bei null angefangen hat.
Die Idee dahinter
System76, der Hersteller hinter Pop!_OS, hat GNOME jahrelang mit Erweiterungen umgebaut. Das ging bei jedem GNOME-Update kaputt. Irgendwann fiel die Entscheidung, einen eigenen Desktop zu schreiben - in Rust, von Grund auf neu.
Das Ergebnis vereint zwei Bedienarten: Fenster liegen entweder übereinander wie gewohnt, oder sie ordnen sich automatisch nebeneinander an, ohne Überlappung. Diese Kachelanordnung kannte man bisher nur aus Nischenwerkzeugen für Fortgeschrittene. COSMIC macht sie mit einem Klick zugänglich.
Was dafür spricht
Kacheln für alle. Wer viel mit mehreren Fenstern arbeitet, gewinnt spürbar Zeit. Kein Ziehen, kein Größe-Anpassen.
Schnell und sparsam. Rust macht sich bemerkbar: COSMIC startet zügig und geht sorgsam mit dem Arbeitsspeicher um.
Konsequent modern. Wayland von Anfang an, keine Altlasten. Gemischte Bildschirmauflösungen und variable Bildwiederholraten funktionieren.
Anpassbar ohne Erweiterungen. Was bei GNOME ein Zusatzmodul bräuchte, ist hier eingebaut.
Was dagegen spricht
Er ist jung. Die erste stabile Fassung ist frisch, und das merkt man an fehlenden Kleinigkeiten und gelegentlichen Fehlern.
Wenig Zubehör. Für GNOME und KDE gibt es tausende Erweiterungen und Themen. Für COSMIC gibt es das noch nicht.
Kaum Anleitungen. Wer ein Problem hat, findet weniger Hilfe im Netz als bei den etablierten Desktops.
Für wen es passt
Für Neugierige, die gern Neues ausprobieren. Für alle, die viel mit mehreren Fenstern arbeiten. Für Menschen, die Rückschläge nicht persönlich nehmen.
Nicht als erstes Linux. Wer gerade von Windows kommt und einen ruhigen Einstieg will, nimmt Cinnamon oder KDE Plasma. COSMIC ist spannend, aber es ist noch nicht der Desktop, den man jemandem ohne Vorwissen hinstellt.
Ausprobieren: Pop!_OS liefert COSMIC ab Werk.