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KDE Plasma: der Desktop, der alles mitmacht

KDE Plasma 6: Startmenü unten links, Taskleiste, Systembereich rechts
KDE Plasma 6: Startmenü unten links, Taskleiste, Systembereich rechtsBild: Axo1otl · GPL · Quelle

Wer von Windows kommt und sich sofort zurechtfinden will, ohne auf Funktionen zu verzichten, landet meist bei KDE Plasma. Startmenü unten links, Taskleiste, Systembereich rechts - die Grundordnung ist vertraut.

Die Idee dahinter

KDE nimmt dem Benutzer keine Entscheidung ab. Praktisch alles lässt sich einstellen: wo die Leiste sitzt, wie sie aussieht, was ein Doppelklick auf die Titelleiste tut, welche Ecke welchen Effekt auslöst. Was bei GNOME eine Erweiterung braucht, ist hier ein Häkchen in den Einstellungen.

Dazu kommt eine ungewöhnlich vollständige Programmsammlung: Dateiverwaltung mit geteilter Ansicht, ein Bildbetrachter, der auch zuschneidet, ein Videoschnittprogramm, ein Musikverwalter.

Was dafür spricht

Der sanfteste Umstieg für Windows-Gewohnte. Ohne Umgewöhnung sofort produktiv.

Anpassbarkeit ohne Bastelei. Alles über die Systemeinstellungen erreichbar, kein Terminal nötig.

Sparsam trotz Optik. Plasma braucht weniger Arbeitsspeicher als GNOME, obwohl es mehr Effekte bietet. Auf älteren Rechnern eine gute Wahl.

Erste Wahl beim Spielen. Valve setzt auf dem Steam Deck auf Plasma. Was dort funktioniert, funktioniert auf dem Rechner meist auch - etwa variable Bildwiederholraten und HDR.

Was dagegen spricht

Die Fülle erschlägt. Die Systemeinstellungen haben hunderte Schalter. Wer nicht weiß, was er sucht, verbringt dort mehr Zeit als geplant.

Mehr Ecken und Kanten als bei GNOME. Weil so viel einstellbar ist, gibt es mehr Kombinationen, die niemand getestet hat. Die großen Fehler sind selten geworden, kleine Ungereimtheiten bleiben.

Verspielt ab Werk. Wackelnde Fenster und Effekte sind hübsch, lenken aber ab. Abschalten dauert zwei Minuten.

Für wen es passt

Für Umsteiger, die keine Lust auf Umgewöhnung haben. Für alle, die ihren Rechner gern einrichten. Für Spieler. Für Menschen mit älterer Hardware, die trotzdem nicht auf Optik verzichten wollen.

Ausprobieren: openSUSE und Manjaro liefern Plasma ab Werk, Fedora und Debian bieten es als gleichwertige Variante an. Auch SteamOS nutzt es für den Desktop-Modus.