SteamOS

Die Konsole im PC

Bislang nur mit AMD-Grafik - NVIDIA-Unterstützung entwickelt Valve noch.

Fürs Spielen geeignet. Für nichts anderes gebaut: Steam startet als Oberfläche, Proton ist eingerichtet, Controller funktionieren ohne Zutun.

SteamOS ist Valves eigenes Betriebssystem, bekannt geworden mit dem Steam Deck. Es ist das beste Beispiel dafür, wie weit Linux beim Spielen inzwischen ist: Der Nutzer merkt vom Betriebssystem schlicht nichts mehr.

Was SteamOS besonders macht

Es startet direkt ins Spiel. Statt eines Desktops erscheint nach dem Einschalten Steams Big-Picture-Oberfläche - bedienbar mit dem Controller, vom Ruhezustand in Sekunden zurück ins laufende Spiel. Näher an eine Konsole kommt kein anderes System.

Proton macht Windows-Spiele lauffähig. Valves Übersetzungsschicht lässt Zehntausende Windows-Titel unter Linux laufen, oft ohne jede Einstellung. Genau diese Arbeit kommt der ganzen Linux-Welt zugute - auch wer auf Ubuntu oder Fedora spielt, profitiert von Proton.

Unkaputtbar durch Bauart. Das System liegt unveränderlich (immutable) vor: Updates tauschen das komplette Abbild aus, statt einzelne Dateien anzufassen. Ein zerschossenes System nach einem Update gibt es praktisch nicht.

Ein vollwertiger Desktop ist an Bord. Ein Klick genügt und man landet in einem gewöhnlichen KDE-Plasma-Desktop mit Browser, Dateiverwaltung und Flatpak-Software - der Rechner bleibt also ein richtiger Computer.

Was man wissen sollte

Seit SteamOS 3.8 (Juni 2026) unterstützt Valve auch selbstgebaute Desktop-PCs offiziell, davor war es faktisch auf das Steam Deck beschränkt. Version 3.9 brachte zusätzlich offizielle Unterstützung für Handhelds wie das ASUS ROG Ally und das Lenovo Legion Go.

Die entscheidende Einschränkung: Es funktioniert bislang nur mit AMD-Grafikkarten. An NVIDIA-Unterstützung arbeitet Valve, sie wird aber nicht vor 2027 erwartet. Wer eine NVIDIA-Karte hat, ist mit Pop!_OS oder Manjaro besser bedient - Steam und Proton laufen dort genauso.

Weil das System unveränderlich ist, installiert man Zusatzsoftware über Flatpak statt über die Paketverwaltung. Wer viel am System selbst schrauben will, ist hier falsch.

Für wen ist SteamOS?

Für alle, die einen reinen Spielerechner wollen, der sich wie eine Konsole anfühlt - und eine AMD-Grafikkarte besitzen. Als Allzweck-Arbeitsrechner ist es die falsche Wahl.