CentOS Stream

Die Vorschau auf Red Hat Enterprise Linux

Nicht mehr der stabile RHEL-Klon von früher - dafür stehen heute Rocky Linux und AlmaLinux.

Kaum eine Distribution hat ihre Rolle so grundlegend gewechselt wie CentOS. Wer den Namen aus früheren Jahren kennt, sollte genau hinsehen - dahinter steckt heute etwas anderes.

Was sich geändert hat

Früher war CentOS Linux ein kostenloser, exakter Nachbau von Red Hat Enterprise Linux (RHEL): dieselben Pakete, dieselbe Stabilität, nur ohne Support-Vertrag. Genau deshalb lief es auf unzähligen Servern.

Heute ist CentOS Stream der Entwicklungszweig, der RHEL vorausgeht. Die Pakete landen also zuerst hier und erst danach in RHEL - aus dem Nachbau wurde eine Vorschau. Die Umstellung im Jahr 2021 hat viele Betreiber kalt erwischt; das klassische CentOS Linux ist inzwischen endgültig ausgelaufen.

CentOS Stream 10 ist seit Dezember 2024 verfügbar und wird bis Mai 2030 gepflegt, passend zum Support-Zeitraum von RHEL 10.

Was CentOS Stream besonders macht

Ein Blick in die Zukunft von RHEL. Wer Software für Red Hat Enterprise Linux entwickelt oder betreibt, kann hier Monate im Voraus testen, was auf ihn zukommt - und über Rückmeldungen sogar Einfluss nehmen, bevor eine Änderung in RHEL landet.

Enterprise-Technik, frei verfügbar. SELinux, Podman und die restliche Red-Hat-Werkzeugkette sind an Bord, ohne Subskription.

Was man wissen sollte

Wer einen kostenlosen, stabilen RHEL-Ersatz für Produktivsysteme sucht, ist hier falsch - dafür gibt es heute Rocky Linux und AlmaLinux. Beide sind freie Eins-zu-eins-Nachbauten von RHEL und damit das, was CentOS Linux früher war. Für kleinere Umgebungen bietet Red Hat außerdem kostenlose RHEL-Entwicklerlizenzen an.

Für den Desktop ist CentOS Stream ohnehin die falsche Adresse: Wer die Red-Hat-Welt auf dem Arbeitsplatzrechner will, nimmt Fedora.

Für wen ist CentOS Stream?

Für Entwickler und Administratoren im Red-Hat-Umfeld, die früh sehen wollen, was in RHEL kommt. Für stabile Server: Rocky Linux, AlmaLinux oder Debian.