Desktop

GNOME: der aufgeräumte Desktop, der eigene Wege geht

GNOME unter Ubuntu 24.04: Aktivitätenübersicht statt Startmenü
GNOME unter Ubuntu 24.04: Aktivitätenübersicht statt StartmenüBild: Canonical Ltd. · GPL · Quelle

GNOME ist der Standard bei Ubuntu, Fedora, Debian und Zorin OS - und damit der Desktop, den die meisten Umsteiger als Erstes sehen. Er ist auch der, der am wenigsten aussieht wie Windows.

Die Idee dahinter

GNOME verzichtet auf das, was man von Windows kennt: kein Startmenü unten links, keine Fensterliste in der Taskleiste, keine Symbole auf dem Schreibtisch. Stattdessen gibt es die Aktivitätenübersicht: eine Taste, und alle offenen Fenster liegen nebeneinander, darunter die Suche und die Programmliste.

Wer sich darauf einlässt, arbeitet nach einer Woche schneller als vorher. Der Ablauf ist immer derselbe: Super-Taste drücken, die ersten Buchstaben tippen, Enter. Kein Zielen auf kleine Symbole, kein Suchen im Menübaum.

Was dafür spricht

Ruhe. Kein Bereich blinkt, nichts poppt auf, es gibt genau eine Leiste. Auf einem Laptop mit kleinem Bildschirm ist das mehr Platz für die eigentliche Arbeit.

Konsequenz. Die mitgelieferten Programme sehen alle gleich aus und funktionieren gleich. Das ist bei anderen Desktops nicht selbstverständlich.

Touch und Wischgesten. Auf einem Touchpad wechselt man mit drei Fingern zwischen Arbeitsflächen. Auf Geräten mit Touchscreen funktioniert GNOME besser als jeder andere Linux-Desktop.

Wayland. GNOME war früh dran mit der modernen Grafikausgabe. Das merkt man an flüssigen Animationen und daran, dass Bildschirme mit unterschiedlicher Auflösung nebeneinander funktionieren.

Was dagegen spricht

Die Umgewöhnung ist echt. Die ersten Tage fühlen sich an, als hätte jemand die Möbel umgestellt. Wer das nicht will, ist bei Cinnamon oder KDE Plasma besser aufgehoben.

Wenig einstellbar ab Werk. Wer die Leiste nach unten schieben oder ein klassisches Menü haben will, braucht Erweiterungen. Die gibt es zuhauf, aber sie können nach einem GNOME-Update kaputtgehen - regelmäßig eine Quelle von Ärger.

Hunger auf Arbeitsspeicher. GNOME ist der schwerste der gängigen Desktops. Auf einem Rechner mit 4 GB RAM merkt man das.

Für wen es passt

Für alle, die neu anfangen wollen statt Windows nachzubauen. Für Laptop-Nutzer, die viel mit dem Touchpad arbeiten. Für alle, die ein System wollen, das sie nicht ständig einstellen möchten.

Ausprobieren: Ubuntu und Fedora liefern GNOME ab Werk. Zorin OS baut GNOME so um, dass es aussieht wie Windows - ein guter Kompromiss für Zögernde.