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Vergleich

„Ich benutze übrigens Arch“: Rolling Release gegen stabil

„I use Arch, btw” ist der bekannteste Witz der Linux-Welt: Der Arch-Nutzer, der es in jedes Gespräch einbaut, ob es passt oder nicht. Auf der anderen Seite steht der Debian-Nutzer, dessen Rechner seit sechs Jahren läuft und der von neuen Versionen nichts wissen will. Beide finden das jeweils andere Lager verrückt. Es geht dabei um eine Grundsatzfrage, die jede Distribution beantworten muss: Wie kommen neue Versionen zu dir?

Zwei Modelle

Stabile Veröffentlichungen funktionieren wie Windows-Versionen: Alle paar Jahre erscheint eine neue Ausgabe mit dem damals aktuellen Stand, und diese Ausgabe bleibt, wie sie ist. Sicherheitslücken werden gestopft, aber die Programme bleiben auf ihrer Version - Firefox als Ausnahme. Debian 13 „Trixie” erschien im August 2025, wird rund fünf Jahre gepflegt und bekommt in dieser Zeit keinen neuen Desktop, kein neues LibreOffice, keinen neuen Kernel. Nur Korrekturen. Ubuntu LTS, Linux Mint und Fedora arbeiten nach demselben Prinzip, nur mit kürzeren Zyklen.

Rolling Release kennt keine Versionen. Arch Linux einmal installiert, bekommt es jede neue Programmversion, sobald sie erscheint - Kernel, Desktop, Treiber, alles, jeden Tag. Es gibt kein „Arch 2026”. Es gibt nur Arch, und es ist immer der neueste Stand.

Was für Rolling spricht

Was gegen Rolling spricht

Was für stabil spricht

Was gegen stabil spricht

Die gute Nachricht: Der Nachteil der alten Software ist heute kleiner als früher. Mit Flatpak bekommst du aktuelle Anwendungsprogramme auch auf einem stabilen System - der Unterbau bleibt alt und verlässlich, Firefox, LibreOffice und Blender sind trotzdem auf dem neuesten Stand. Wie das funktioniert, steht in unserem Vergleich der Paketformate.

Die goldene Mitte

Zwischen den Lagern gibt es Distributionen, die beides verbinden wollen:

Die Empfehlung

Du … Nimm …
willst einen Rechner, der einfach läuft stabil - Debian, Mint oder Ubuntu LTS
bist Windows-Umsteiger stabil - du hast genug Neues zu lernen
spielst und willst jede Verbesserung sofort Rolling - CachyOS oder Arch, mit Manjaro als sanftem Einstieg
hast brandneue Hardware Rolling oder Fedora
willst verstehen, wie Linux funktioniert Arch - das Wiki ist die beste Schule
willst Rolling ohne Angst openSUSE Tumbleweed
betreibst einen Server oder Firmenrechner Debian oder Ubuntu LTS - Rolling ist hier keine Option

Der Witz mit „I use Arch, btw” hat übrigens einen wahren Kern: Wer Arch installiert hat, hat dabei mehr über Linux gelernt als in einem Jahr Ubuntu. Das ist ein guter Grund, es einmal zu tun - auf einem Zweitrechner. Für den Rechner, an dem du morgen früh arbeiten musst, ist stabil die bessere Antwort. Welche stabile Distribution es sein soll, sagt dir der Linux-Finder.